Fuxx haben am Finale von Plattbeats 2018 nicht nur teilgenommen, sondern konnten sich am Ende obendrein mit der Siegerkrone schmücken. Wir trafen die Band bei ihrem Auftritt mit Dias und den ehemaligen Plattbeats-Teilnehmern Zwo Eins Risiko in der Hamburger Pooca Bar und ließen den Prozess hin zum eigenen plattdeutschen Song Revue passieren.

Plattbeats: Habt ihr vor Plattbeats schon mal Kontakt mit der plattdeutschen Sprache gehabt?

Lina: Ich hatte schon durch meinen Beruf etwas Kontakt mit Plattdeutsch. Ich bin Erzieherin und da singt man schon ab und an mal ein plattdeutsches Lied oder sagt einen Spruch auf. Wahnsinnig viel Nähe zum Thema ist das aber nicht.

Stephan: Bei mir gab es etwas Kontakt durch meine Großeltern, die haben auch noch Platt geredet. Ansonsten ist das aber eigentlich an mir vorbeigegangen.

Plattbeats: In der Musik war euch diese Sprache dann wahrscheinlich auch ziemlich fremd.

Lina: Ich überlege gerade, ob ich überhaupt schon mal irgendwas Plattdeutsches in der Musik gehört habe…

Lukas: Wahrgenommen hat man das musikalisch natürlich durch Bands wie De Fofftig Penns oder Fettes Brot. Aber für unsere eigene Band war das tatsächlich der erste Berührungspunkt.

Plattbeats: Ihr seid also noch quasi ohne Vorerfahrung an das Projekt Plattbeats gegangen. Wie war es dann, euch auf eine Sprache einzulassen, mit der ihr vorher kaum eigene Berührungspunkte hattet? Warum hat euch diese Idee gefallen?

Lina: Die Jungs haben immer gesagt, dass sich ja eh nur die Sänger darauf einlassen müssen (lacht). Ich war gleich Feuer und Flamme, weil ich das auch schon bei meinen Großeltern mitbekommen habe und sie damit vielleicht auch ein bisschen stolz machen wollte.

Eiko: Ich komme aus Bayern, daher hatte ich wohl eher wenig Berührungspunkte mit Platt. Ich dachte aber gleich, dass das bestimmt Spaß machen könnte. Wir haben dann auch sofort gedacht, dass wir unseren Song „Heimweh“ gern in dieser Sprache hören würden, weil die Thematik einfach passt. Da hatten wir gleich schon den Bezug zum Meer.

Plattbeats: Und wie habt ihr den darauffolgenden Prozess erlebt. Wie gut funktioniert es, einen Song zu adaptieren, der ursprünglich gar nicht für diese Sprache gedacht war?

Stephan: Zum Glück wurde gute Vorarbeit geleistet. Der Text wurde ja für uns übersetzt, ansonsten wären wir wohl kläglich gescheitert.

Lina: Vor der Aussprache hatte ich am Anfang schon ein bisschen Panik.

Eiko: Wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt kommt man relativ schnell rein und man kann tatsächlich gewisse Muster erkennen. Es baut sich da innerlich schon zügig eine Logik auf.

Lina: Was eher Probleme bereitet hat war dann die tatsächliche Umsetzung in Text. Manchmal haben dann Dinge nicht mehr gepasst, weil man sprachlich etwas länger ziehen musste. Dann war die Frage, ob man das noch genau so verstehen kann wie in der Ursprungsversion. Das Sprechen selbst war dann eher weniger die Herausforderung.

Plattbeats: Das bedeutet, ihr habt euch den neuen Text relativ schnell antrainieren können, als er schließlich fertig war?

Lina: Ja, wir saßen viel zusammen, haben eine Menge geübt und dabei auch immer auf die klare und deutliche Aussprache geachtet, damit man auch alles versteht und das Ganze Spaß macht.

Lukas: Und wir haben den Song vorher einmal bei einem Konzert ausprobiert. Passenderweise sogar im Hafenklang. (lacht)

Jakob von Plattbeats (Mitte) und Fuxx im Plattbeats-Interview vor der Hamburger Pooca Bar.

Plattbeats: Wie habt ihr da auf das Ergebnis geblickt? Was macht das Plattdeutsche – um es mal rein auf den Klang zu beziehen – ästhetisch mit dem Song?

Lina: Kurz nach Plattbeats konnten wir uns den Song tatsächlich gar nicht mehr anders vorstellen. Wir haben nicht allzu lange danach unser Album aufgenommen und dabei bin ich regelmäßig aus Versehen ins Plattdeutsche verfallen. Mir gefällt der Song aber in der neuen Version, das passt irgendwie gut zusammen.

Eiko: Der Text ist wirklich gut übersetzt worden, wir mussten nur wenige Sachen rhythmisch anpassen. Das Coole an Platt ist wirklich, dass es in verschiedensten Genres funktioniert. Fofftig Pennes, Fettes Brot, Fuxx…

Lukas: Die drei großen F! (lacht)

Lina: In Planung ist tatsächlich auch, den Song nochmal auf Plattdeutsch aufzunehmen und dann entweder auf ein neues Album oder als Single zu veröffentlichen.

Plattbeats: Ihr habt gerade schon von den verschiedenen Genres gesprochen, die im Platt gut funktionieren. Wenn ihr euch an das Finale vom letzten Mal erinnert, wer hat euch denn da besonders gut gefallen?

Lina: Auf jeden Fall Zwo Eins Risiko! Die kannten wir davor noch gar nicht und waren beim Auftritt gleich hin und weg. Man konnte ja vorher schon auf der Homepage ein bisschen über die Teilnehmer erfahren und das hat uns gleich angesprochen – natürlich auch, weil sie aus Hamburg sind. Die Jungs fetzen einfach. Generell war der Abend sehr rund, es war so viel Verschiedenes dabei! Damit hatten wir tatsächlich nicht gerechnet. Wir waren ja als erste dran und dachten danach, dass wir uns jetzt einfach einen ganz entspannten Abend machen können. Die Auftritte haben uns aber teilweise wirklich umgehauen, da war so viel verdammt Gutes dabei! Und das, obwohl jede Band nur einen Song gespielt hat. Umso überraschter waren wir dann natürlich, als am Ende unser Name als Gewinner fiel. Das war schon ein cooles Gefühl.

Plattbeats: Habt ihr euren Instrumentengutschein denn schon rausgehauen?

Eiko: Jo! Heute sogar im Einsatz!

Plattbeats: Aha! Was habt ihr euch geholt?

Lukas: Eine kleine Tretmine – einen Pre-Amp. Und eine Box, die heute nicht dabei war. Wir haben also sofort alles für den Gitarristen rausgehauen. (lacht) Das war wirklich gut, ich hatte dafür sonst immer nur geliehenes Equipment. Es ist schön, jetzt eigenen Kram zu haben.